Gewerbliche Überbauung einer
ehem. Hausmülldeponie
Im Zuge der
Revitalisierung von innerstädtischen Altstandorten und
Altablagerungen wurden unter fachtechnischer Begleitung des
Ingenieurbüros Dr. Till-manns & Partner GmbH in den
letzten Jahren mehrere Flächen überbaut, bei denen
durch ehem. Produktionseinrichtungen (Altstandort) oder
Auffüllungsinhaltsstoffe (Altablagerungen)
Bodenluftbelastungen mit Lösungsmitteln oder
explosionsfähigen Gasen vorlagen.
Nachfolgend ist die
Sicherung und gewerbliche Überbauung einer
städtischen Hausmülldeponie in Köln
stichpunktartig beschrieben.
Ausgangssituation
- städtische
Hausmülldeponie mit Auffüllungsmächtigkeiten
bis ca. 20 Meter;
- Auffüllungsinhaltsstoffe:
Bauschutt, Hausmüll, Bodenaushub, gewerbliche
Abfälle;
- Methangehalte
bis 50 Vol.%;
- Grundwasserflurabstand
um 15 m.
Durchgeführte
Untersuchungen
- Gefährdungsabschätzung
mittels Boden-, Bodenluft- und Grunwasseruntersuchungen;
- Tiefbohrungen mittels
Großgerät zur flächigen Erkundung der
Auffüllungsmächtigkeit und
Auffüllungsinhaltsstoffe im Vorfeld baugrundverbessernder
Maßnahmen;
- Bodenluftabsaugversuche
über mehrere Wochen zur Quantifizierung des Gaspotentials;
Maßnahmen
- baugrundverbessernde
Maßnahmen in Form einer Rüttelstopfverdichung
kombiniert mit einer Fallplattenverdichtung und Aufbau eines
lastverteilenden Polsters;
- Einrichtung eines
Gassicherunggssystems in Form einer bedarfsaktiven Gasdrainage;
- Einrichtung eines
gasdichten Kanalsystems;
- Gassicherung der
Gebäude mittels BAM-geprüfter Kunststoffdichtungsbahn
und folgendem Aufbau von oben nach unten;
- - Betonbodenplatte;
- -
Geländeauffüllung um ca. 0,8 m mit Recyclingmaterial;
- - Installation einer
Kontrolldrainage (DN 100) im Recyclingmaterial, mit
Durchstoßpunkten im Bereich von
Streifenfundamenten;
- - 0,15 m
Sandschutzschicht (0/8 mm)
- - 1.200 gr./m2
Schutzvlies
- -
Kunststoffdichtungsbahn 2,5 mm (HDPE mit BAM-Zertifizierung)
- - 1.200 gr./m2
Schutzvlies;
- - 0,3 m
Gasdrainageschicht (16/32) mit Gassammelleitung DN 100 (HDPE) im 15 m
Abstand unterhalb der Streifenfundamente;
- - Anschluß der
Gassammelleitung über Revisionsschächte an
Entgasungsflächen (Kies 16/32)
- Installation von
insgesamt 30 Gasmeßfühlern in
Revisionsschächten, permanent geschlossenen
Betriebsräumen (wie z.B. Traforaum und Heizungsraum) sowie den
Betriebsräumen;
- Anschluß aller
Gasmeßfühler in einem zentralen
Gasüberwachungsraum mit zentraler Meßwerterfassung
im 1 Min.-Intervall und Dokumentation der 30-Minuten-Mittelwerte sowie
möglicher Fernabfrage der Meßwerte über
Mobilfunk;
- alle Arbeiten
für die Errichtung der bedarfsaktiven Gasdrainage wurden auf
der Grundlage eines mit der Fachbehörde abgestimmten
Qualitätssicherungsplans durchgeführt und vor Ort
durch eine Eigen- und Fremdüberwachung begleitet.
Nachsorge
- wöchentliche
Kontrolle des Gassicherungs- und Gaskontrollsystems auf
Funktionstüchtigkeit einschl. Dokumentation der
Meßwerte für den Grundstücksbesitzer sowie
die zuständige Fachbehörde.
Die Arbeiten zur
gewerbliche Bebauung waren 1998 abgeschlossen. Die seit dem
durchgeführten Messungen zeigen keine Hinweise auf
Gasmigrationen in die Gebäude.
Eine zusammenfassende
qualitative Darstellung und Bewertung der Meßergebnisse
werden wir Ihnen in Kürze auf dieser Seite zur
Verfügung stellen.

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